Die Immobiliennews in Kürze (KW 17)

25. April 2022

Ifo-Umfrage: Auf dem Bau steigen die Preise

Anhand aktueller Umfragen kommt das Ifo-Institut zu dem Schluss, dass sich der Krieg in der Ukraine auch auf die deutschen Baustellen auswirkt.

Im März gaben 37,2 % der Befragten an, dass sie im Hochbau Beeinträchtigungen erlebt haben. Verglichen mit dem Vormonat entspricht dies einem Plus von knapp 14 %.Während die Zahl der Betriebe, die Lieferengpässe im Tiefbau verzeichnen, zuvor bei 17,5 % lag, sind es mittlerweile 31,5 % Betriebe mit Lieferengpässen. 

Zudem wird die Bauplanung schwieriger, da die Materialpreise für Rohstoffe stark schwanken und die Lieferung der aus der Ukraine oder Russland stammenden Vorprodukte unsicher ist. Somit müssen Bauherren aktuell eine Erhöhung der Preise erwarten. Laut den Ifo-Umfragen sind die Preispläne der Baufirmen von 43,8 auf 48,9 Punkte gestiegen.  


Anstieg der Wohnungspreise in Nordrhein-Westfalen verringert sich

Der aktuelle Marktbericht des Immobilienverbands Deutschland IVD West zeigt, dass der Anstieg der Wohnungspreise im Vergleich zu den Vorjahren etwas abgeflaut ist. 

Während es in den beiden Jahren 2020 und 2021 an Rhein und Ruhr Preissteigerungen zwischen 10 und 15 % gab, verlangsamt sich die Preisspirale nun. Die großen Städte in Nordrhein-Westfalen verzeichnen mittlerweile nur noch einen Anstieg der Kaufimmobilienpreise von 5 bis 9 %. Bei Baugrundstücken liegt die Nachfrage jedoch deutlich über das vorhandene Angebot. Dadurch klettern die Preise häufig in den zweistelligen Prozentbereich in die Höhe. Dahingegen sind die Mieten in den neun bedeutendsten Städten Nordrhein-Westfalens verglichen mit dem Vorjahr im Durchschnitt um 3,8 % gestiegen. 


Der Bau von Stadtquartieren wird immer beliebter

Es werden immer weniger Einkaufszentren gebaut. Dahingegen steigt die Zahl der Stadtquartiere rasant an.

Das EHI-Retail Institute meldet, dass innerhalb eines Jahrzehnts die Projektzahl in Deutschland um das Fünffache gestiegen ist. Allein das Jahr 2021 verzeichnete den Baubeginn von 100 Stadtquartieren, wie der Shopping-Center Report 2022 von EHI bekannt gibt. Bei den Stadtquartieren lautet die Devise Mixed-Use, wodurch sie neben dem Einzelhandel auch aus Büros, Hotellerie und Wohnungen bestehen.


Familien wandern ins Frankfurter Umland ab

In Frankfurt ist es für Familien zunehmend schwieriger, ein bezahlbares Zuhause zu finden. In den letzten zehn Jahren ist die Einwohnerzahl in Frankfurt um 12,3 % gewachsen. 

Während Frankfurt insbesondere Singles und Paare anlockt, verzeichneten Mehrpersonenhaushalte kaum einen Anstieg. Im Jahr 2020 sind über 300.000 Quadratmeter Wohnfläche fertiggestellt und 277.000 Quadratmeter genehmigt worden. Darunter befanden sich jedoch kaum Wohnungen, die über mehr als drei Zimmer verfügen. 

Die Zahl der Pendler ist seit 2011 mit 24,4 % sogar noch deutlich mehr gewachsen als die Einwohnerzahl. In 2021 waren das fast 500.000 Pendler. Auch Städte im Umland, wie Offenbach und Kelsterbach, haben in den letzten zehn Jahren ein erhebliches Wachstum registriert. Dennoch war die Bautätigkeit im Umland Frankfurts im Zeitraum von 2017 und 2020 erheblich geringer als in anderen deutschen Metropolen. In den Landkreisen, die an Frankfurt angrenzen, betrug die Fertigstellung über 800.000 Quadratmeter Wohnfläche und Genehmigungen gab es für über 900.000 Quadratmeter Wohnfläche. Experten rechnen mit einem Anstieg dieser Zahlen in den nächsten Jahren.